Wie gründe ich ohne Fremdkapital?

Ein Unternehmen zu gründen ist keine große Kunst. Es zum Erfolg zu führen dafür umso mehr. Gerade in der Anfangsphase sind Startups zerbrechlich und werden ständig in tausend verschiedene Richtungen gestoßen. Eine der größten Sorgen dabei: das eigene Kapital. Viele Gründer bemühen sich um begehrte Fremdkapital von Investoren, müssen allerdings oftmals ohne auskommen. Das führt zu der Frage, wie man ein Startup ohne Fremdkapital erfolgreich aufbaut.

Eine Lösung kann sein, einen Platz in einem Tech-Hub zu ergattern. Vor allem weil man dort einen leichteren Zugang zu Investoren erhält. Fremdkapital schon während der Ideenphase zu besitzen, ist der größte Traum von so manchem Gründer. Doch was ist, wenn man diesen Luxus nicht hat? Da hilft es nur Out-Of-The-Box zu denken. Hier zeigen wir einige Wege auf, wie man das eigene Startup von Beginn an selbst finanzieren kann.

Gründen neben dem Hauptjob

Das Startup als Nebenjob zu handhaben ist eine der sichersten Möglichkeiten sein Startup ohne Fremdkapital zu finanzieren. Sie reduzieren damit nicht nur das Risiko für Ihr Startup, sondern sorgen auch für eine private Absicherung.

Mit dieser Variante können Sie kleinere Anschaffungen für Ihr Startup tätigen. Sollten Sie im Team gründen, ist es sinnvoll wenn alle Teammitglieder einem Hauptjob nachgehen und sich im Nebenjob dem Startup widmen. Die Personalkosten werden dadurch so klein wie möglich gehalten.

Konkret empfehlen wir Gründern aus der Arbeitslosigkeit heraus zu einem Hauptjob in einem Callcenter. Neben der finanziellen Absicherung, erhalten Sie dort Kommunikationsschulungen, welche die Akquise für Ihr Startup erleichtern können. Gerade in B2B-Callcentern erhalten Sie wertvolle Ansprechpartner verschiedener Unternehmen, die für Ihre Startup-Tätigkeit nützlich sein können. Beachten Sie allerdings dabei unbedingt das Datenschutzgesetz.

Einen Nachteil hat diese Variante allerdings auch. Da Sie einen großen Teil Ihrer täglich verfügbaren Arbeitszeit in den Hauptjob investieren, steht Ihrem Startup wesentlich weniger Zeit zur Verfügung. Sie werden bestimmte Meilensteine wesentlich später erreichen, wenn Sie das Startup nicht zu Ihrem Hauptjob erklären.

Sollten Sie sich mit Ihrem Startup in Konkurrenz zu Ihrem Hauptarbeitgeber befinden, ist eine Genehmigung der Nebentätigkeit durch Ihren Arbeitgeber notwendig.

Finanzierung aus Rücklagen

Ansparungen und Erbschaften sind immer eine gute Möglichkeit zur Finanzierung. Allerdings besteht dabei immer das Risiko, sein Vermögen zu verlieren. Dieses Risiko lässt sich auch nur schwer schön reden.

Zugegeben, über diese Möglichkeit dürften nur die wenigsten Gründer verfügen.

Minimal Viable Product

Am Anfang kann kaum ein Startup auf Einnahmen zurückgreifen. Von nachhaltiger Kostendeckung ist man noch weit entfernt. Vor allem wenn es noch kein Produkt gibt, das man Kunden präsentieren und zum Kauf anbieten kann. Der Weg zum fertigen Produkt kann durchaus einen längeren Zeitraum einnehmen und völlig an den Bedürfnissen der Kunden vorbeigehen.

Das Prinzip des Minimal Viable Product kommt da sehr gelegen. Sie entwickeln ein Produkt, das nur die nötigsten Funktionen enthält, um den beabsichtigten Kundennutzen zu erfüllen. Dieses Produkt verkaufen Sie und sammeln das Feedback Ihrer Kunden. Auf Basis dieses Feedbacks können Sie Folgeversionen besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse abstimmen und verbuchen die ersten Einnahmen.

Allen Startups, denen wir das Minimal Viable Product vorgeschlagen haben, haben dieses Verfahren rückblickend sehr positiv bewertet. Vor allem bekommen Sie wesentlich früher ein Gespür für Ihr Business, anstatt bis zum fertigen Produkt zu warten. Die Stoßrichtung des Unternehmens ist schon in einem sehr frühen Stadium erkennbar.

Startups, die ein Minimal Viable Product erstellen, empfehlen wir nach Möglichkeit einen Berater dazu zu buchen. Durch den Blick von außen, können zusätzlich zum Kundenfeedback viele Sackgassen frühzeitig erkannt werden.

Alternative Geschäftsfelder

Es ist keine einfache Aufgabe zahlende Kunden zu bekommen. Denken Sie daher lieber früher als später über unkonventionelle Wege nach. Schließlich müssen Sie das erste Geschäftsjahr überleben. Ein Maß, woran der weitere Erfolg eines Startups durchaus festgemacht werden kann.

Wir haben Gründer erlebt, die zur Deckung der Kosten nebenher Shirts mit eigenen Motivideen bei Plattformen wie Spreadshirt verkaufen. Gerade passive Einnahmequellen sollten schon sehr früh aufgebaut werden.

Ärgern Sie sich in gar keinem Fall darüber, Dinge zu machen, die nicht dem eigentlichen Geschäftszweck dienen. Wichtig ist, dass Ihr Startup schuldenfrei ist und bleibt!

Sie sehen, es gibt zahlreiche Möglichkeiten ein Startup ohne Fremdkapital aufzubauen. Die verschiedenen Möglichkeiten lassen sich zudem miteinander kombinieren, so dass Risiken immer weiter abgebaut werden.

Wenn Ihr Unternehmen die ersten Erfolge verzeichnen kann und eigenständig Rücklagen gebildet hat, ist es außerdem leichter an Investitionsmittel zu gelangen. Ihr Unternehmen ist dann keine Black Box mehr, sondern eine Geschäftsidee mit kalkulierbarem Erfolg.

Von Philipp Gensel - 27. Juli 2015

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